Denkmalpflege

 

Erfassung der Kirchen, Wegekreuze,  Bildstöcke und Kunstwerke
der Stadt Gescher

Verfasser Alfons Haar unter Mitwirkung von Maria Pennekamp

Die folgenden Denkmäler wurden  in den Geodatenatlas des Kreises Borken eingetragen. 
Somit kann man dort den Standort eines jeden Denkmals sehen.

Weitere Informationen finden Sie auch in der offiziellen Denkmalliste der Stadt Gescher.

Hier geht es zur Denkmalliste 

Stadt Gescher

 Web der Stadt Gescher
Wikipedia

 

Madonna im Brock

Von großem Nachbarschaftsgeist zeugt ein Wegbild, das in Estern steht. Der ganze Brock setzte dort der Gottesmutter ein Bild, damit sie die neu entstandene Nachbarschaft unter ihre königliche Herrschaft nehme. Die Bewohner des Brook haben das weit ausgedehnte Waldgebiet sehr mühsam gerodet und in fruchtbares Ackerland verwandelt. In dem Bewusstsein, dass sie ohne Hilfe der Gottesmutter dieses Werk nicht hätten vollbringen können, fassten sie gemeinsam den Entschluss, der Himmelkönigin ein Zeichen der Dankbarkeit zu setzen. Alljährlich treffen sie sich im Monat Mai vor ihrem Bilde, um für alles empfangene Gute zu danken und um ihren weiteren Beistand zu bitten. Auch den Verstorbenen der Nachbarschaft möge die Gottesmutter ihre Fürbitte zuwenden. Das Bild steht im Mittelpunkt des Brook an der Brookstraße nahe dem Hofe van Üüm. Der Bildhauer Hubert Janning hat in ihm dem Königtum Mariens Gestalt gegeben.

Aus hartem italienschen Stein hat er ein schlichtes erhabenes Bild gehauen. Als Zeichen ihres Königtums trägt Maria eine schwere gezackte Krone auf ihrem Haupte. Ganz eng verbunden mit ihr ist das Jesuskind. Es hebt gebietend seine Herrscherhand, und in der anderen Hand hält es die Kugel, die das Erdenrund versinnbildlicht. Die Station wurde im Jahre 1956 errichtet.


Station Mensing

Im Jahre 1921 das Kreuz am Hofe Mensing in Estern. Es bewahrte das Andenken an zwei gefallene Söhne. Das Kreuz gehört zu den frühen Werken des Bildhauer Josef Stover. Es erhebt sich auf einem hohen Sockel, auf dem geschrieben steht:

 

Durch deinen Kreuzestod Her, gib uns allezeit
Den Frieden, den die Welt nicht geben kann.

         

 


Station Hessing

Eine Fußprozession, die der Überlieferung nach von Südlohn nach Coesfeld zog, rastete immer an einem Kreuz, das unter einigen Bäumen oben auf dem Esch in Estern stand. Eine andere Überlieferung sagt, dass in alter Zeit die von Münster kommenden Handelsleute auf dem Wege nach Emmerich an diesem Kreuz eine Andacht gehalten haben, um Gottes Schutz bei der Durchquerung der vor ihren liegenden Bröke zu erbitten, Man muss das Kreuz während des letzten Krieges abgebrochen haben, weil es arg verwittert und beschädigt war.

Im Andenken an dieses Kreuz haben die Eheleute Hessing aus Estern im Jahre 1958 ein neues Kreuz gesetzt. Es steht nicht an der alten Stelle, sondern am Hofeingang der Stifter. Das Kreuz ist umgeben von einer modernen Gartenanlage. Der zeitgenössische Künstler Hannebal aus Düsseldorf, der auch unser neues Friedhofkreuz schuf, hat es in einen einzigen festen Sandstein gehauen. Die Kreuzesbalken sind sehr breit und zeigen eine raue, wie gehämmert wirkende Oberfläche. Die Figur selbst ist im Relief dargestellt. Ein wenig erinnert sie an die Darstellung eines Christkönigs, weil sie im langen Gewande frei dasteht, ohne irgendwelche Leidensspuren aufzuweisen. Die Arme sind ausgestreckt, aber sie sind nicht festgenagelt, sie sind vielmehr offen ausgebreitet, um die die freiwillige Hingabe Christi an den Vater für uns Menschen anzudeuten. Nicht nur Hingabe spricht aus seiner Gestalt, sondern auch Erhabenheit und Heiligkeit.  


Station Schulze Iking

Noch während des ersten Weltkrieges im Jahre 1917 setzte die Familie Schulze Iking in Estern ihrem Sohn ein Andenken, das ebenfalls vom Bildhauer Stover stammt. In einen hochrechteckigen Stein ist ein Relief eingelassen, auf dem die Gottesmutter als Königin dargestellt ist. Auf dem Arm trägt sie das Jesuskind. Zu ihrer rechten steht der bewaffnete Krieger. Der heilige Erzengel Michael, der Streiter Gottes, führt ihr auf der linken Seite einen Jüngling zu. Unter dem Relief ist das folgende Gebet eingeschrieben:

O Gott, laß nicht vergebens sein die Opfer
die unseres Volkes besten Söhne die dar
gebracht. Lohn ihre Treue mit des Himmels
Freuden und aus der schweren Not errette
Uns durch deine Macht.
O heilige Gottesmutter bitte für uns
Hl. Michael beschütze uns. H. Schutzengel
Führet uns den Weg zum ewigen Leben.

Der Name des Gefallenen ist zusammen mit dem Namen des im zweiten Weltkrieg gefallenen Sohnes auf der Rückseite des Bildstockes eingetragen.


Station Potthoff – Stover

 

Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts erschien die Gottesmutter dem Hirtenmädchen Bernadette in dem kleinen französischen Ort Lourdes.  Dieses Ereignis verbreitete sich schnell über die Grenzen Frankreichs, so dass Lourdes ein weltbekannter Wallfahrtsort wurde. Nachbildungen der berühmten Erscheinungsgrotte tauchten bald auch in Deutschland auf. Die älteste Grotte in Gescher steht seit dem Jahre 1912 an der Esterner Straße in der Nähe des Hofes Potthoff, Elternhaus des im Bericht erwähnten Bildhauer Josef Stover. Außer ihr kennen wir noch fünf weitere Madonnenbilder in Grotten. Sie sind alle in neuerer Zeit entstanden und stehen zumeist in den Gärten der Bauernhöfe.



Neue Station

Station Beeke-Kipp

Die im Jahre 1901 erstellt und 1979 gestohlene Madonna, wurde 1982 durch eine Neue ersetzt. Zu vor stand hier ein Johannes Nepomuk, der nun an der Hofstraße bei Hof Huesker steht. Die Überlieferung sagt, dass der Glockengießer Edelbrock die Figur bei einem Gelage in der Gastwirtschaft Grimmelt kaufte. Das Jahr ist nicht bekannt, jedoch muss es schon  so etwa zwischen 1845, da in diesem Jahr der Schulzenhof Gescher von Edelbrock ersteigert wurde, und 1859 gewesen sein, denn in diesem Jahr ist der Besitzer Edelbrock schon verstorben. Zuerst hat man den listigen Kaufvertrag für ungültig erklären wollen und holte deshalb die Figur wieder nach Estern zurück. Sie hat des öftern diesen Weg gemacht, bis sie endgültig an der Hofstraße stehen blieb. Nun wurde 1901 eine Madonna an der Stelle des Nepomuks aufgestellt.


Bild der alten Station


Station Hengelborg

Die um 1750 von einem unbekannten Künstler erstellte Christusfigur steht im Originalen in der St. Otger Kirche in Stadtlohn (Eigentümer: St. Laurentius Schützenverein Stadtlohn-Estern (Harwicker Gebiet).


Station Hüning-Ubbenhorst

Die von Bildhauer Josef Stover aus Gescher geschaffene entstand nach dem ersten Weltkrieg im Jahre 1922 In der Nische eines der äußeren Form nach eigenwilligen Bildstocks, steht eine Madonnenfigur, die ganz besonders den bäuerlichen Menschen anspricht, weil das Jesuskind auf dem Arm der Gottesmutter die Symbole einer reichen Ernte, den Apfel und das Ährenbündel, trägt. Auf dem Sockel lesen wir den Spruch aus dem alten Testament:

Kommet her zu mir, alle die ihr mein be-
gehret, und sättigt euch an meinen Früchten. 


Station Eskes

Eine von dem Gescheraner Bildhauer Josef  Stover in den 1960er geschaffene Marienfigur mit ausgebreitetem Mantel, unter dem Kinder Schutz suchen, welche in einer verblendeten Grotte steht.


Station Eing

Von dem Künstler Hans Huschke / CSSR erstellte Marien- Statue mit um sich sammelnden Kindern, welche am 19.05.1996 durch Pfarrer Derstappen eingeweiht wurde (Standort: privat, Stadtlohn Straße 71).


Station Wessendorf

Ein von Josef Stover in den 1950er Jahren geschaffenes Reliefbild, welches von einem spitzgiebligem Bachsteinumbau getragen wird und eine Nachbildung des bekannten Bildes von der immerwährenden Hilfe darstellt.


 

 

 

 

 

 

Station Blenker-Terwei

Noch heute findet alljährlich im August eine Wallfahrt zur Mutter Gottes nach Kevelar statt. Schon lange Zeit bedient man sich dabei der modernen Verkehrmittel. Vor 150 Jahren ging man noch von Gescher aus zu Fuß zum Niederrhein. Der Überlieferung nach soll die Wallfahrt vierzehn Tage gedauert haben. Der Ausgangspunkt war ein Wegebild, das noch heute dort steht, wo der Südlohner Damm den Stationsweg kreuzt. Es ist der Pankratiuskirche zugewandt. Die äußere Form des Bildstocks ist den barocken Bildstöcken nachgebildet, es fehlen jedoch der reiche Schmuck der Valuten, Piaster, Fruchtbüschel und Blumenranken. Auf dem rechteckigen Sockel steht das schlicht gerahmte Reliefbild. Der geschweifte Giebel zeigt nicht die gefällige schwungvolle Form, die wir bei den barocken Bildstöcken kennen gelernt haben. Auf dem Giebel sehen wir die Kugel und das Kreuz. Früher nannte man die Station einfach Kevelaerstation, weil sie im Relief eine plumpe Nachbildung des Kevelaerer Gnadenbildes zeigte. Sie wurde im Jahre 1811 von Christopher Brüning, dem damaligen Besitzer des Domhotels erbaut. Als der spätere Besitzer 1925 von Gescher wegzog, kaufte Maria Blenker die Station und ließ sie vollständig renovieren durch den Gescheraner Bildhauer Josef Stover. Da im Jahre 1931 der 700jährige Todestag des heiligen Antonius von Padua gefeiert wurde, zeigt das neue Relief, wie das Jesuskind aus den Armen der Gottesmutter zum heiligen Antonius überwechselt. Der Heilige kniet als Jüngling, mit der Franziskanerkutte bekleidet, vor der Gottesmutter, die auf Wolken schwebend von Engeln umgeben ist. Der wehende Schleier wird von der Krone gehalten Im Mittelpunkt des Bildes steht das Jesuskind in einem Strahlenkranz. Die in die Sockelplatte gehauene Inschrift erklärt:

St. Antonius´ Glauben, Rein-
heit und Nächstenliebe bewogen

den Himmel auf die Erde sich
herabzusenken.
O gütige Himmelskönigin, nei-
ge dich auch zu uns, deine ar-
Men bedrängten Kindern, u.
zeige uns Jesum, das Licht
der Welt, die Rettung aus Irrtum
aus Finsternis der Sünde. 

Eine Inschrift auf der rechten Seitenwand zeigt den Anlaß der Erneuerung an.

Unmittelbar neben der Station hat die Nachbarschaft „Feldschulten“ aus Anlass des hundertjährigen Bestehen der Nachbarschaft, ihre Gedenkstätte für Nachbarschaft, in Form von drei in Sandstein geschlagenen Findling, mit der Aufschrift: „Nachbarschaft Feldschulten  -  Hand in Hand  -  Anno 1899 – 1999“  erstellt. Eingeweiht wurde die Gedenkstätte am Mittwoch den  4. August 1999.


Station Amsterdamer Poate

Lange Jahre, und auch heute noch, ist der allgemeine Treffpunkt der Nachbarschaft an der Ecke Börger zum Stationsweg hin. Hier gegenüber von Grimmelt wurde auch stets der Bacchus abgeholt. Was lag nicht näher, als hier an der Ecke ein „Markenzeichen“ der Nachbarschaft aufzustellen. Einigen aktiven Nachbarn ist es zu verdanken, dass dies in die Tat umgesetzt werden konnte. Erste Handlungen dieser Seite waren schon am 20.Mai 1989. Nach Harald Sommers Entwurf wurde das Kreuz nun in Angriff genommen. Am 10. Oktober 1991 wurde am frühen Vormittag  eine Schatulle mit Urkunde, Tageszeitung und geltenden Münzen in den Sockel eingelassen, der zuvor von Mauern aus der Nachbarschaft erstellt worden war. Nun wurde mittels Kran das Kreuz auf den Sockel aufgesetzt. Alle Nachbarn waren zufrieden über ihren neuen Mittelpunkt der Nachbarschaft, das nun mit einem zünftigen Stationsrichtfest, auf dem Rasen von Börger, einen guten Ausklang fand. Pünktlich zum Jubiläumsfest wurde die Station am 1. Juli 1995 von Kaplan Winkler, aus der Pfarrei St. Pankratius, eingesegnet. Das Kreuz zeigt in alle vier Himmelsrichtungen, dem Sitz der Nachbarschaft. Im unteren Teil des Kreuzes ist die Inschrift: „Miteinander  - Füreinander“ mittig zwei Hände zum Gruß sich reichend, eine Versinnbildlichung des Zusammenhalts in der Nachbarschaft. Rechts neben dem Kreuz liegt ein großer Findling mit einer Bronzeplakette mit Wappen der Nachbarschaft und deren Namen „Amsterdamer Poate“.


Station „Bückers Krüs“

In alten Kirchenrechnungen kann man manchmal von der Entstehung neuer Stationsbilder lesen. Die Kirchenkasse der Pankratiuspfarre musste zur Errichtung von Segenaltären an Stellen, wo die Stationsbilder fehlten, einiges beitragen, was wegfiel, wenn neue Stationsbilder errichtet wurden. Aus dem Jahre 1747 stammt ein Vermerk, in dem es heißt, dass ein Stationsbild am Wege hinter Schulzenhaus errichtet sei. Wahrscheinlich ist es das so genannte  Bückersche Kreuz. Diese Vermutung wird dadurch gestützt, dass das frühere Schultenhaus, gemein ist der Kötter des Schulzenhofes heute Bücker (Iking) heißt, wie wir aus der Aufzeichnung der Namen aller Dorfbewohner im Jahre 1662 entnehmen. Der heute noch gebräuchliche Name “Bückers Krüs“ für das noch erhaltene Kreuz an der Riete nahe dem Hause Iking (auch Bücker genannt) geht nicht auf die Stifter des Kreuzes zurück, sondern weist nur auf seinen Standort hin. Der Überlieferung nach haben drei ältere Damen der Gemeinde dieses Kreuz errichten lassen auf einem Grundstück, das damals der Gemeinde gehörte. Die Jahreszahl 1799 auf der linken Sockelseite stimmt nicht mit der Jahreszahl im Kirchenbuch überein. Das muss nicht einen Irrtum vermuten lassen, denn die Inschrift, die eine Erklärung für die Jahreszahl geben könnte, ist nicht mehr lesbar.

Heute ist das Kreuz Eigentum der Familie Iking gt. Bücker, deren Haus früher nicht unmittelbar an der Straße stand. Es lag ein Stück hinter dem Kreuz neben der heutigen evangelischen Schule (Musikschule). Beim Bau des neuen Hauses kaufte die Familie das Gemeindegrundstück mit dem darauf befindlichen Kreuz. Das Kreuz war nicht der Straße zugewandt, sondern schaute ostwärts in Richtung der Straße. Beim Neubau (    ) der Riete wurde das Kreuz in der heutigen Lage versetzt. Der Meister, von dessen Hand das Kreuz stammt, ist unbekannt. Es erhebt sich nicht direkt auf dem Hochrecheckigen Sockel, sondern aus einem angedeuteten Felsen, vor dem ein Totenschädel liegt. Es ist ein Gabelkreuz, wie wir es in Anlehnung an das Coesfelder Kreuz häufig finden. Wir sehen, wie sich der Längsbalken des Kreuzes nach oben hin verjüngt, als wolle er einen Baum darstellen, dessen Äste die beiden schräg aufwärts weisenden Balken sind. Das Haupt Christi ist auf die rechte Schulter zurückgesunken. Sein Gesicht drückt eine müde Traurigkeit nach dem Todeskampf aus. Die Arme ruhen auf den Seitenbalken des Kreuzes und stehen nicht, wie wir es vom Coesfelder Kreuz her kennen, im Winkel zu ihnen. Durch die bitteren Schmerzen ist der Leib eingezogen und die Brust tritt deutlich hervor. Das Lendentuch ist in vielen kleinen Falten um den Leib des Gekreuzigten gelegt. Die nach links gewendeten Beine sind an den Füßen übereinander geheftet. Vom Lorbeerkranz umgeben steht auf der vorderen Sockelplatte das Gebet:

Ach Hilf! Ach eil
Du für mein Heil
Am Kreuz gestorbener Jesus
Mach mich bereit
Zur Ewigkeit
O mach selig, Jesu!
Verwirf mich nicht
Straf im Gericht
Mich nicht nach meinen Sünden
Und laß mich Gnade finden.

Vater unser. Ave Maria

Wegen Ausbaues der Riete im Jahre 1975 wurde das Kreuz, welche bis dahin in einem von einem Holzzaum umgebenen Gärtchen lag,  um einige Meter versetzt. Gleichzeitig wurde rechts von Kreuz ein Gedenkstein der Nachbarschaft „ Bückers Kreuz“ errichtet.

Bild der alten Station


Station Armlandstraße

Die Geschichte dieses Bildstockes ist besonders kennzeichnend für die Nepomukverehrung im 18. Jahrhundert. An seiner Stelle stand vorher ein Bild des heiligen Johannes des Evangelisten. Es wurde bei seinem Verfall durch das Nepomukbild ersetzt. Ähnlich ging es Antonius dem Einsiedler, der dem Antonius von Padua in dem Bildstock (Nr. 24) an der Straße „ Zur Hambrücke“ nahe dem ehemaligen Hofes Ebbing weichen musste. Durch den Einfluß der Jesuiten machte sich die Verehrung dieses Heiligen immer stärker bemerkbar. Den beiden ursprünglichen Bildstöcken dürfen wir noch einen dritten mit dem Bild des heiligen Ludgerus zurechnen, das heute nicht mehr steht. Die drei dargestellten Heiligen sind Patrone der Gescherer Bauerschaften. Ein Patron ist als Schutzherr der Gemeinde gewählt undwird als solcher angerufen  und verehrt. Zumeist wendet man sich solchen Heiligen zu, denen es obliegt, gleichsam als Fortsetzung ihres Lebenswerkes, um den besonderen Schutz für Menschen und Vieh zu bitten. Antonius der Einsiedler, der volkstümlich gewordene Bauern- und Viehpatron, ist der Schutzherr der Gemeinde Tungerloh, zumal er auch der dortigen Kapelle ist. Das Patronat des heiligen Ludgerus in Büren und Harwick rührt her vom Andenken an das Leben und Wirken des Heiligen im Münsterland. Wie der damals und noch heute häufig vorkommende Vorname Johannes andeutet, gehört auch der heilige Evangelist Johannes zu den beliebtesten Heiligen. Ihm ist die Bauernschaft Estern anvertraut, Alle drei Bildstöcke sind Zeugen der ältesten Bildstocktradition, die in Gescher nachweisbar ist. Wir wissen, dass anstelle der heute noch stehenden Bildstöcke andere gestanden haben, die demselben Zweck dienten wie sie selbst. Sie wurden errichtet, damit die Bewohner der Bauernschaften bei Beerdigungen ihre Toten vor sie niedersetzen konnten. Vor ihnen wurden die Toten auch eingesegnet, denn der Friedhof, der früher um die Kirche herumlag, konnte nicht mit Wagen befahren werden. Er lag völlig abgeschlossen und hatte nur einen einzigen Zugang, auf den die Kirchwege der einzelnen Bauernschaften zuliefen. An diesen Kirchwegen, die zugleich Leichenwege waren, hatten die Stationen zuerst ihren Platz.


Station Hof Huesker

Diese Johannesstatue, die ursprünglich an der Gräfte der Rauschenburg, wie unter 6) beschrieben, gestanden hat, verrät weniger meisterliches Können. Sie erinnert zwar an das Urbild, vermag es aber in keiner Weise zu erreichen. Die Stellung des Spielbeines zeigt deutlich, dass die einzelnen Körperteile in ihren Proportionen nicht stimmen, und beim Gesicht vermissen wir die schöne Gestaltung, wie wir sie bei der Figur des Bildhauer Rendeles gesehen haben. Dass die Nepomukfigur von diesem Rittergut stammt entnehmen wir einem Doppelwappen, das bei der Überarbeitung des Sockels vor einigen Jahren gefunden wurde, Es befand sich unter einer auffallend großen Deckplatte. Wir schließen daraus, dass die Figur auf einem hohen Torpfeiler der Burg gestanden haben muss, damit das Wappen von unten her zu sehen war. Heute steht es schräg vor Deckplatte. Es trägt die Inschrift:

v. Stockheim  -  v.  Werner 1737

Man setzte sie an der Hofstraße auf einen Sockel auf dessen Vorderseite zu lesen ist:

St. Joannes Nep
Ora pro nobis
Dixi: Custodiam
Vias meas
Ut non delinquam
In lingua mea.

Der Volksmund berichtet über eine Freveltat, welche ein Besitzer der Rauschenburg begangen haben soll. Möglicherweise hat sie den Anlass zur Errichtung der Nepomukfigur gegeben. Genauere Anhaltspunkte fehlen uns. Die Zeit der Tat und die Person des Frevels lassen sich heute nicht mehr feststellen. Die Geschichte soll sich so zugetragen haben:

Der Burgherr der Rauschenburg, der wie alle anderen Burgherren die Schützen auszubilden hatte, bestellte seine Leute auf den „Bülten“. Als hoch zu Pferde angeritten kam, ist ein Schütze zu spät gekommen oder er mag eine Gegenrede gehalten haben, genug – der Burgherr erschoss ihn in seiner Wut vom Pferde aus. Obschon die Tat überall ruchbar wurde, wagte zunächst keiner eine Aussage zu erstatten. Man meinte, der Kaiser wohnt weit von hier und die Anklage erreicht ihn nicht. Aber sie erreichte ihn doch, und der Burgherr musste vor dem Reichgericht erscheinen. Unterwegs befahl er seinem Kutscher, nicht rückwärts zu schauen, er komme, was wolle. Als der Kutscher am Ziel ankam, war sein Herr tot; er hatte sich vergiftet.


Station Schulze Alfers – Ising

Diese Station, die ursprünglich an dem alten, auf die Eschstraße zulaufenden Kirchweg gestanden hat, stellt man später, als die Fronleichnamsprozession noch um den Hof  herum führte, links hinter dem Hof auf. Heut ist der Prozessionsweg verlegt und mit ihm auch die Station. Nun steht sie als erster Segensaltar rechts am Hofeingang umgeben von einer großen gärtnerischen Anlage. Einige Stufen führen zum Altarbild hin. Der Bildstock birgt eine einzelfigürliche Darstellung im Relief. Diesmal ist es der heilige Ludgerus, der Gründer unseres Bistums. Zu Füßen des Heiligen sind, wie auf jedem Ludgerusbild, zwei Gänse dargestellt. St. Ludgerus ist angetan mit den bischöflichen Gewändern, und als Zeichen seiner Heiligkeit trägt er den Heiligenschein. Den Bischofsstab hält er in der linken Hand, in der rechten trägt er das Evangelienbuch – Bibel. Dieses Reliefbild war das einzige farbige, das wir als Wegebild besitzen. Seinen äußeren Umbau nach zählt der Bildstock zusammen mit dem Bildstock am Hofe Remmelt und der Schützenstation an der Bahnhofstraße zu den barocken Bildstöcken. Sie stehen auf einem recheckigen Sockel. Die in wenig tiefer liegende Sockelplatte ist von schwungvoll zu Valuten eingerollten Seitenteilen eingerahmt. Auf dem Sockel baut sich eine rechteckige Nische auf für das Reliefbild.

Bild der alten Station


Kreuzweg auf dem Friedhof

Der unter Denkmalschutz stehende Kreuzweg auf dem Friedhof stammte nicht aus der Werkstatt des Coesfelder Bildhauers Rendeles, wie im Heimatbuch geschrieben ist, sondern von dem Bildhauer H. Moors aus Kevelaer. Geschaffen wurde der Kreuzweg um 1910, nicht wie von Maria Pennekamp beschrieben um 1700. Während die figurenreichen Passionsszenen noch ganz dem Stil der Nazarener verpflichtet sind, zeigt die Ornamentik bereits deutlich den Einfluss des Jugendstils.

 

 

Bilder aller Stationen hier


Friedhofskreuz

Das neue Friedhofkreuz, geschaffen von dem Büdericher Künstler W. Hanebal, zeigt in schlichten Formen unserer Zeit und dennoch zeitlos das Leiden Christi, des Erlösers. 


St. Pankratius an der Bücherei

1981, aus der alten Altarplatte, vom Bildhauer Josef Krautwald aus Rheine geschaffene St. Pankratius-Relief. Im unteren Bereich ist ein Teil der alten Gescheraner Ansicht, auf der St. Pankratius seine schützende Hand hält. (Josef Krautwald erstellte auch Plastik am Schützenplatz in Büren)


Brunnen an der Bücherei


 

Kreuz am Chor der St. Pankratius Kirche  

Am Kirchplatz kennen wir noch ein zweites Gabelkreuz, das dem „Bückers Krüs“ gleicht. Während das erste nicht mehr als Stationsbild für die Prozession gilt, ist das zweite noch heute der vierte Segensaltar bei der Fronleichnamprozession. Es ist das Kreuz am Chor der Pankratiuskirche. Wir kennen das Jahr seiner Entstehung nicht, aber der Sage nach muss es schon sehr alt sein. Es soll von der Klause herrühren, die in alter Zeit in Tungerloh-Pröbsting am Heerweg von Coesfeld nach Borken lag. Von dieser Klause ist uns fast nichts bekannt. Ein frommer gottesfürchtiger Klausner soll sie bewohnt haben, bis sie am 23. April 1773 aufgehoben wurde, „weil die Klausner in der letztvergangener Zeit keinen auf baulichen Lebenswandel führten“. Diese Sage von der Herkunft des Kreuzes wird wohl keinen Wahrheitskern enthalten, weil die Klause sicherlich zu klein war, um ein solches Kreuz zu beherbergen. Hätte eine größere  Klausenkapelle dort gestanden, so müsste heute noch Überreste davon zu finden sein.  

Ebenso unwahrscheinlich wie die Sage ist die Vermutung, dass das Kreuz aus Legden  stammt. Am Ortseingang von Legden steht ein so genannter Kalvarienberg, auf dem eine Kreuzigungsgruppe steht. Während die Statuen der Gottesmutter und des Johannes aus der Zeit des 17. Jahrhunderts stammen können, ist das Kreuz neueren Datums. Man nimmt an, dass das alte Kreuz am Chor unserer Kirche steht. Es soll dort hingekommen sein, als nach Öffnung des Kirchhofes eine Straße gerade auf den Chor der Kirche zulaufend gelegt wurde. So steht das Kreuz genau im Blickfeld jedes Straßenbenutzers.

Es erhebt sich ähnlich wie das Bückersche Kreuz aus einer Felsenmasse auf dem Sockel. Die steinernen Balken verjüngen sich ebenfalls und zeigen noch die abgestumpften Astansätze. Christus ist wiederum vorgestellt als derjenige, der nach unsagbaren Leiden den Geist aufgegeben hat. Den Kopf hat er auf den rechten Oberarm gelehnt, und das Haar fällt leicht auf die Schulter herab. Die Augen sind geschlossen. Wie vom letzten Schrei ist der Mund noch ein wenig geöffnet. Die Finger sind vom Schmerz geknickt, von Schmerz gezerrt ist auch die Haltung des ganzen Körpers. In unruhigen Falten ist das Lendentuch gerafft. Dies Kreuz  soll aus der Werkstatt des Coesfelders Bildhauer Cornelius Sasse stammen.

 

 


Skulptur an der Marienkirche

 

Eine Leihgabe von Prof. Dr. Bernhard Huskamp  

 


Station Ebbing  

Die Antoniusstation, die zur Bauernschaft Tungerloh gehört, stand anfangs an der heutigen Hauptstraße gegenüber dem Hotel Grimmelt, wo der Hellweg von Coesfeld nach Stadtlohn an der Nordseite des Kirchhofs vorbei führt. Als nach dem dreißigjährigen Krieg der damalige Pfarrer Arnold Jodukus Schmitz die Armlandstraße anlegte und damit dem Kirchplatz für den Verkehr freigab, wurde die Antoniusstation an die Stelle versetzt, wo heute die Straße zur Hambrücke von der Hauptstraße abzweigt. Bei der weiteren Ausdehnung des Dorfes sollte sie ein drittes Mal versetzt werden, wobei sie zerbrochen ist. An ihrer Stelle setzte der Bauer Ebbing eine neue Station, die in der Nähe der ehemaligen Hofeinfahrt steht. Infolge des öfteren Straßenneubaues wurde sie schon mehrmals zurück versetzt. Neben der erstgenannten Ursache für die Entstehung dieses Wegebildes nennt eine Inschrift an der linken Seite eine zweite. Die Station wurde offensichtlich auch zum Andenken an einen Verstorbenen der Familie gesetzt. Aus der Jahreszahl 1775 entnehmen wir, dass wir sie nicht mehr zu den barocken Bildstöcken rechnen können. Dem an sich gleich bleibenden Aufbau aus Sockel, gerahmter Bildplatte, Giebel, Kugel und Kreuz fehlt die reiche Verzierung. Die Form tritt durch die Geraden Linien besonders deutlich in Erscheinung. Wie wir bei anderen Bildstöcken  sehen können, enthält das Reliefbild eine einzelfigürliche Darstellung, obwohl das Relief von sich aus mehr zu einer szenischen Darstellung drängt. In der Mitte des Bildes steht der heilige Antonius auf einen plastischen Untergrund. Vor einem freien Hintergrund ist er als Jüngling in der Franziskanerkutte dargestellt. Auf den rechten Arm trägt er das Jesuskind und eine Lilie hält in der linken Hand.

Von vielen volkstümlichen Bildern her kennen wir den Heiligen in dieser Darstellung, obwohl sie ihm, wie er wirklich war, gar nicht gerecht wird. Dass er im Volksbewusstsein nicht als Kämpfer gegen die Irrlehren seiner lebt, zeigt auch das Gebet auf der vorderen Sockelplatte:  

H. Antonius mit dem Kind,
das du trugst auf dem Armen
bitte, dass ich Sünder find
einsten gnädiges Erbarmen.
Möge doch mein Herz so lau
Auch von heil´ger Lieb entzündet werden,
dass ich Jesum ewig schau,
den du schauest schon auf Erden.
Vater unser, Gegr. seist du Maria  

 


Schützenstation  

 Diese von der St. Pankratius-Schützengilde instand gehaltene Station wird vermutlich ein Alter wie ähnliche barocke Station aufweisen. 1928 und 1952 wurde sie von dem Gescheraner Bildhauer Josef Stover renoviert. Zuvor wurde sie durch die Bürgerschützen von Gescher 1873 renoviert. Das frühere Bild enthielt eine Vierfigurengruppe, unter denen auf alten Foto die Gottesmutter erkennen kann, wie sie ihren toten Sohn auf den Schoß nimmt. Auf der Sockelplatte, die der Form nach wahrscheinlich auch schon einmal erneuert worden war, war zu lesen:  

Heilige Mutter drück die Wunden,  
die dein Sohn für mich empfunden,
tief in meine Seele ein.  

Heute sagt die neue Sockelplatte:  

Die St. Pankratius – Schützengilde  
Ihr Schutzpatron.  

Das neue Reliefbild führte Josef Stover aus. Es zeigt den heiligen Pankratius, den jugendlichen Blutzeugen, mit dem Palmzweig in der Hand.  


 

2005 zum 400jährigen Bestehen der St. Pankratius – Schützengilde setzten sie  rechts neben der Schützenstation, der vergangenen Zeit, vier verschiedene Stele, jedem Jahrhundert eine.

 

Zwischen den Stelen sind Texttafeln folgenden Inhalts in den Boden eingelassen:  

 

1. Tafel

Textfeld: 1605 – 1705 
Raue und kriegerische Zeiten
30jähriger Krieg
Entstehung von Bürgerwehren und Schützenwesen

 2.Tafel

Textfeld: 1705 – 1805
Zeit der Aufklärung
Feingeistigkeit
Musik, Dichtung
Barockschlösser in Westfalen

 

3.Tafel

Textfeld: 1805 – 1905

Begin der Industrialisierung
Gründung der Provinz Westfalen
Erneuerung des Schützenwesens

 4. Tafel

Textfeld: Aufkommen der Moderne

Weltkriege, Unterdrückung, 
Vertreibung, Völkermord
Geeinigtes Europa
ZUKUNFT



Nepomuk an der Hambrücke  

Station an der Hambrücke  

Nach dem Tode des bereits genannten Bildhauer Rendeles führte sein Schwiegersohn Johann Adolf Sasse die Werkstatt in Coesfeld weiter. In Anlehnung an die Statuen des Rendeles schuf er sehr viele Nepomukfiguren. Seine Werke kann man zumeist nicht mehr als Meisterwerke ansprechen, sondern als Werkstattarbeiten, die zuweilen auch von Gesellen angefertigt wurden. Wahrscheinlich handelt es sich bei einer weiteren in Gescher vorhandenen Nepomukstatue auch um eine solche Werkstattarbeit. Sie ist mehr unter Johann Sasse, sondern unter dessen Sohn Cornelius durchgeführt worden. Dieser übernahm im Jahr 1755 die Werkstatt. Die Statue steht an der Hambrücke und trägt auf dem Sockel die Jahreszahl 1755. In ihrer Plumpheit ist sie mit der Johannesstatue an der Hofstraße zu vergleichen. Die Gewandfalten sind gegeben, ohne in ihrer Anordnung durch die Stellung des aus dem Gewand hervortretenden Spielbeins beeinflusst zu werden. Auffallend ist die geraffte Fältelung über dem Standbein, die vom Rochett auf den Talar übergeht. Das Wappen auf der linken Seite des Sockels nennt den Stifter Soeker und dessen Ehefrau geb. Kock. Der Name Soeker begegnet uns zum ersten Mal im Zusammenhang mit dem Bauernaufruhr in Tungerloh im Jahr 1687, Soeker hatte als Obervogt von Gescher einen Gerichtsspruch des bischöflichen Gerichts in Münster durchzuführen. Gescher gehörte zu jener Zeit zum fürstbischöflich-münsterischen Amtsbezirk Ahaus, von wo aus die behördliche Amtsperson in Gescher, der Vogt, ernannt wurde. Da der Name Soeker noch bis zum Jahre 1845 in Gescher auftritt, als er sein Haus an der Hauptstraße  an seinen Erben Huesker verkaufte, nehmen wir an, dass es ein Sohn des ersten Vogtes Soeker war, der die Johannesstatue errichten ließ.  


Station Brüning-Schültingkemper  

Mancher Soldat mag wohl auch verwundet im Feld gelegen haben und dann der Gottesmutter ein Wegbild versprochen haben, das er nach seiner Heimkehr errichtete.

Aufgrund eines solchen im Krieg gemachten Gelöbnisses ist das Wegbild am Hofe Brüning- Schültingkemper im Jahre 1919 entstanden. Früher barg es in der Nische eine Kupferplatte, auf die das Bild der Schmerzenmutter gemalt war. Heut steht eine moderne Plastik darin, die ebenfalls die Mutter mit dem toten Sohn auf dem Schoß darstellt. Auf dem Sockel steht das kindlich vertraute Gebet:  

Hast du ein Weh, zur Mutter geh  
Und klagt es ihr, so hilft sie dir.  


 

 

Geodatenatlas

Wessing-Relief am Rennpättken  

Nach August Wessing wurde 1954 eine Straße, später ein Gedenkstein mit einem Relief versehen, mit folgender Aufschrift:

Düsse Strote, siet 1954  
No August Wessing benannt  
Eas vörher as Rennpätken  
Gout in Gesker bekannt  
Dechant August Wessing  
Geb. 18.1.1880 in Tgl.-Pröbsting  
Gest. März 1945 im KZ Dachau  

August Wessing, Dechant und Pfarrer in Hoetmar. Dechant Wessing wirkte 17 Jahre als “Polenkaplan” in Recklinghausen und war seit 1924 Seelsorger in Lüdinghausen, bis er 1932 Pfarrer von Hoetmar und 1939 Landesdechant im Dekanat Freckenhorst wurde Weil er Notleidenden geholfen hatte, brachte man ihn im Juli 1942 ins Gefängnis und im August 1942 ins KZ Dachau. Nach fast dreijähriger Misshandlung starb er hier am 4. März 1945 als Märtyrerpriester. Wegen seiner übergroßen Frömmigkeit nennt man ihn den „Heiligen von Dachau“.  


Kreuz an der Leichenhalle  


 

  

 

Bildstock Remmelt  

Die Geißelszene im Bildstock  von Remmelt und der frühere Kreuzabnahme in der Schützenstation, und der Überlieferung nach in der Nähe des Dorfes, auf dem Gelände des früheren Haus Schade stehende Station, die die Dornenkrönung dargestellt haben soll,  sind drei Stationen eines vermutlich untergegangenen Kreuzweges. Nach der Form her, könnte die Station bei Schulze Alfers – Ising auch dazu gehört haben.

Bei dem Reliefbild von Remmelt Station handelt es sich um eine Nachbildung der Geißelszene auf dem Altarbild der kleinen Kapelle in Coesfeld Sirksfeld. Wenn dieser Bildstock nicht aus der Hand des Rendeles selbst stammt, so sind sie doch vermutlich Arbeiten seiner Werkstatt. Auf dem Bildstock mit der Geißelszene steht Christus an den Marterpfahl gebunden. Er lässt sich von zwei Schergen peinigen. Für die Menschen gibt er sich hin, wie der oben auf dem Marterpfahl abgebildete Pelikan sich selbst für seine Jungen zerfleischt. Besondere Beachtung schenke man dem Gebet, das auf der bereits erneuerten Sockelplatte steht. In ergreifender Weise bringt es den Menschen das Leiden Christi nahe:  

Blosz und nackend angebunden  
wie ein dieb musz Jrsus stehen,
gantz zergeiszelt voller Wunden  
nichts nur bluth an ihm zu sehen.
Die Geissel streich und schlaege  
will betrachten iederzeit  
das vergossen bluth bewege
Jesum zur Barmherzigkeit  
Vatter unser.  

 

Im Jahre 1819 wurde eine Renovierung des Bildstock von Jan Bernd Remmelt, Besitzer des Hofes, veranlasst.  

 


Fortsetzung folgt!